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Aktionen des Ortskuratoriums Rostock

Fachexkursion 2017 des Ortskuratoriums Rostock der DSD in die Mecklenburger Schweiz

Am Samstag, den 15.7.2017 unternahmen 11 Mitglieder und Ehepartner des Ortskuratoriums Rostock eine Fachexkursion in die Mecklenburgische Schweiz.

Bei strahlendem Sonnenschein und angenehm milden Temperaturen ging es dabei von Rostock aus etwa 40 km nach Süden, wo wir zunächst die Dorfkirche Kirch Grubenhagen in Vollrathsruhe besuchten. Bei dieser handelt es sich um einen aus Feldsteinen errichteten kreuzrippengewölbten Bau mit massivem Backsteinturm aus dem 13. Jahrhundert. Der Übergang von der Romanik zur Gotik konnte hier dem Bauverlauf folgend vom Chor ausgehend in Richtung Turm gut beobachtet werden. Den Kirchraum schmücken unter anderen zwei Epitaphen aus dem 17. Jahrhundert, welche von der in der Region sehr aktiven Familie von Maltzahn gestiftet wurden. In der Kirche und auf dem umgebenden Friedhof finden sich außerdem mehrere Gräber derer von Maltzahns. Dabei besonders hervorzuheben sind die Gräber vom Karl Freiherr von Maltzahn und seiner Frau Caroline von Bilfinger, deren schicksalhafte Beziehung in Theodor Fontanes Roman „Unwiederbringlich“ beschrieben wurde.
Wir bekamen hier von Herrn Pastor Schur und einer Dame aus dem Kirchenförderverein eine fachkundige Führung.

Anschließend ging es für uns weiter nach Schloss Ulrichshusen in Schwinkendorf, welches im 16. Jh. von Ulrich von Maltzahn als „Festes Haus“ mit Seitenrisalit und mittig vorgesetztem runden Treppenturm errichtet wurde und heute als eines der bedeutsamsten Renaissancebauwerke Mecklenburg-Vorpommerns gilt. Nach mehreren Eigentümerwechseln und unterschiedlichen Nutzungsformen im Laufe der Jahrhunderte stand das imposante Bauwerk ab den 1970er Jahren leer und brannte zudem unglücklicherweise im Winter 1987 bis auf die Grundmauern nieder. Nach der politischen Wende kaufte Helmuth Freiherr von Maltzahn das Anwesen seiner Vorfahren im Jahr 1993 zurück und restaurierte es zusammen mit seiner Frau Alla in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, unter anderem der Deutschen Stiftung Denkmalspflege und hauchte ihm so wieder Leben ein. 2001 wurde im Schloss ein Hotel eröffnet, wobei den Hauptbereich des wieder aufgebauten Schlosses einen repräsentativen zweigeschossigen Konzertsaal beherbergt. Über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus ist Ulrichshusen heute als bedeutender Festspielort der Musikfestspiele Mecklenburg-Vorpommern bekannt. Am Tag unseres Besuchs gab dort das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter Leitung von Kent Nagano ein Konzert in der benachbarten großen Festspielscheune. Wir wurden herzlich vom Hausherrn begrüßt und erhielten eine überaus detaillierte Führung durch das Haus, bei der uns der Wiederaufbau in aller Einzelheit und mit zahlreichen Anekdoten geschildert wurde.

Anschließend wurde uns das nahebei liegende Gut Ulrichshusen in Tressow gezeigt, welches in den letzten Jahren ebenso eine Sanierung und Umnutzung zum Hotel erfahren hat und so vor dem Verfall gerettet werden konnte.

Nachdem wir uns im Restaurant des Schlosses zum Mittag gestärkt hatten, ging die Tour weiter zur Kirchenruine des ehemaligen Dorfes Domsherrenhagen. Dieses liegt seit mindestens 1458 wüst, wobei die genauen Ursachen dafür heute unbekannt sind. Die im 13. Jh. errichtete Kirche selber war eine turmlose Feldsteinkirche mit Apsis und besaß aus Backstein gemauerte Portale und Bögen. Ein Förderverein kümmert sich heute um den Erhalt des stimmungsvollen Ortes. 1993 wurde die Kirchhofmauer rekonstruiert, 2004 die Kirchenruine baulich gesichert. Gelegentlich finden hier Veranstaltungen wie Konzerte und Gottesdienste statt.

Die letzte Station der Exkursion führte uns ins Gutshaus Vogelsang bei Lalendorf, wo wir von Herrn Robert Uhde empfangen wurden, der das Anwesen bestehend aus Haupthaus, Marstall, Wasserturm, Kutscher- und Inspektorenhaus sowie Park 2010 erwarb. Das Gutshaus selbst wurde um 1840 historisierend im Stil der Tudorgotik erbaut und zeigt sich nunmehr als neunachsiger Bau mit Seiten- und Mittelrisalit. Nachdem das Haus jahrelang leer stand, Witterung und Vandalismus ausgesetzt war, befand es sich bei der Übernahme durch die jetzigen Eigentümer in ruinösem Zustand. Der Hausherr hat es sich seither zur Aufgabe gemacht, zusammen mit seiner Frau das Ensemble Stück für Stück zu sanieren und durch Veranstaltungen aller Art zu beleben. Diese reichen von Hochzeiten, barocken Festmahlen und dem Victorian Art Festival über Elektropartys bis hin zur Nutzung als Drehort für Filmproduktionen. Außerdem ist Vogelsang seit Jahren fester Bestandteil der vielbeachteten Mittsommerremise der nordischen Guts- und Herrenhäuser.
Nach einer überaus spannenden Führung durch das Haus saßen wir zum guten Schluss bei Kaffee und Kuchen mit Robert Uhde und seiner Familie im Park des Gutshauses zusammen, ließen diese gelungene Fachexkursion entspannt ausklingen und fachsimpelten mit dem Bauherrn, wie die Sicherung und Sanierung seines Hauptgebäudes weiter vorangetrieben werden kann.

Das Ortskuratorium Rostock der DSD möchte sich hiermit noch einmal herzlichst bei allem Gastgebern bedanken und wünscht ihnen weiterhin viel Enthusiasmus bei ihrem Beitrag zur Schaffung und Förderung von Kultur und der Bewahrung des baulichen Erbes der Region Mecklenburgische Schweiz.

Robert Röllig
Mitglied im Ortskuratorium Rostock der DSD

Innenstadtgemeinde in Rostock erhält DSD-Förderung für die Fensterrestaurierung in St. Marien

Am Mittwoch, den 12. Juli 2017 um 16.00 Uhr überbrachte Ralf Schinke, Ortskurator Rostock der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) vor Ort dank einer zweckgebundenen Spende einen Fördervertrag über 60.000 Euro für die Fensterrestaurierung im südöstlichen Seitenschiff an Pastorin Elisabeth Lange.

Anwesend waren neben Mitgliedern der Kirchgemeinde, des Fördervereins zu St. Marien und weiteren Mitgliedern des Ortskuratoriums der DSD auch der Architekt Onno Folkerts und der Rostocker Restaurator Marcus Mannewitz.

Mit der Restaurierung von vier Fenstern der Südseite der gotischen Kirche geht die schon seit über zwanzig Jahren währende Sanierung der Rostocker Hauptkirche wieder einen kleinen Schritt voran. Noch in diesem Jahr werden erstmals nach Jahrzehnten alle Gerüste im Inneren der Kirche fallen und dann kann man erstmals den gesamten Kirchenraum in seiner hellen Farbigkeit erleben.

Die Marienkirche ist die Hauptkirche der durch Fern- und Seehandel reich gewordenen Hansestadt Rostock. Sie gilt neben der gleichnamigen Schwesternkirche in Lübeck als großartigster Kirchenbau der deutschen Ostseeküste. Es handelt sich um eine dreischiffige gotische Basilika mit Querschiff, Chorumgang und Kapellenkranz, deren Sterngewölbe sich in einer Höhe von 31,5 Metern schließen.

Im Inneren ist die reiche Innenausstattung weitgehend erhalten. Zu den wertvollsten Schätzen gehören der Bronze-Taufkessel von 1290, verschiedene Altäre, die hinter dem barocken Hauptaltar angebrachte astronomische Uhr von 1472, der Orgelprospekt von 1770 sowie die Renaissancekanzel.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich seit 1995 mit über 2,5 Millionen Euro an der Gesamtrestaurierung der Marienkirche beteiligt. Sie gehört zu den über 510 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der Glücks-Spirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.

Aktivitäten des Ortskuratoriums Rostock der DSD zum Tag des Offenen Denkmals 2016

In diesem Jahr stand der bundesweit durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz initiierte Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Denkmale gemeinsam erhalten“ – ein sehr schönes Motto, welches dem Anliegen in unserer Bürgergesellschaft, Denkmale und damit unsere Geschichte für nachfolgende Generationen zu bewahren, sehr gut gerecht wird.

Einer nunmehr seit 2004 guten Tradition folgend, organisierte das Ortskuratorium auch in diesem Jahr mit wiederum großer Unterstützung durch die landeseigene Hochschule für Musik und Theater (HMT) am Vorabend des Tages des offenen Denkmals am 10. September ein Benefizkonzert. In diesem Jahr fand das Klassikkonzert zugunsten der dringend notwendigen Sanierung der astronomischen Uhr von St. Marien zu Rostock statt. Herr Prof. Schukowski als profunder Kenner norddeutscher astronomischer Uhren hielt zu Beginn des Abends einen kurzen spannenden Einführungsvortrag über die 543-jährige Geschichte der Rostocker Uhr.
Im Anschluss hörten die über 100 Gäste des Abends ein musikalisches Feuerwerk des jungen Gitarristen Christian Leonardo Zack, der poetische und virtuose Gitarrenmusik aus verschiedenen Jahrhunderten und von verschiedenen Kontinenten zum Besten gab.

Daran anschließend gab es eine musikalische Premiere. Passend zum Thema Denkmalpflege spielte die japanische Klaviersolistin Nanase Arakawa aus der Rostocker Klavierklasse von Professor Bernd Zack die Sonate Es-Dur op. 7 aus dem Jahre 1796 von Ludwig van Beethoven auf einem erstmals an diesem Abend der Öffentlichkeit präsentierten originalgetreuen Nachbau eines Hammerflügels von Anton Walter aus dem Jahre 1780.

Am folgenden Tag, dem 11. September, also dem Tag des offenen Denkmals präsentierte sich das Ortskuratorium im Rostocker Hausbaumhaus, einem mittelalterlichen Kaufmannshaus der Rostocker Altstadt aus dem Jahr 1490 in der Wokrenter Straße.
Mit Führungen durch das Haus, einem Büchertisch mit Karten und Büchern aus dem Monumente-Verlag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und einem Vortrag mit Luftbildern aus Rostock und seiner Umgebung nahm das Ortskuratorium Rostock der DSD aktiv an diesem Tag teil.
Insgesamt konnten an diesem Tag in Rostock und Warnemünde über 30 historische Gebäude und Orte besucht und besichtigt werden und überall gab es eine Fülle an Informationen und viele, viele sehr gut Gespräche. Bei herrlichem Spätsommerwetter flanierten hunderte Rostocker und ihre Gäste in der Rostocker Innenstadt, in Evershagen und in Warnemünde von einem historischen Ort zum anderen.

Es war wie immer ein rundum gelungener Tag und die Stars des Tages waren viele mittelalterliche aber auch neuzeitliche Denkmale und ihre Besitzer und Retter.

Ralf Schinke
Ortskurator Rostock der DSD

Fachexkursion des Ortskuratoriums Rostock der DSD am Sonntag, den 26. April 2015

Gemeinsam unterwegs sein, besondere Orte besuchen und Kontakte knüpfen – all diese angenehmen Tätigkeiten führte die Halbtagsexkursion des Ortskuratoriums Rostock der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Sonntag, den 26. April 2015 zusammen.

Es ging ins Umland von Rostock in die südlich der Stadt gelegenen Dorfgemeinden Dummerstorf, Kavelstorf und Reez.

Gegen Mittag wurde die Gruppe aufs herzlichste von den Bewohnern des barocken Gutshauses in Dummerstorf empfangen. Mehrere Familien haben über Jahre das lange leerstehende Gutshaus saniert und wieder bewohnbar gemacht. Der Restaurator Wolfram Vormelker, Mitglied im Ortskuratorium, war bei der Besichtigung des Hauses und seiner frisch sanierte Barockstuckdecke von 1717 hier und an den weiteren Besichtigungsorten gemeinsam mit Wolfgang Kempf von der Kirchgemeinde Kavelstorf ein fachkundiger Begleiter.

Nächste Station war die Dorfkirche im Nachbarort Kavelstorf. Der Feldsteinbau mit Backsteinverwendung aus der Mitte des 13. Jahrhunderts beeindruckt durch seine beiden weit spannenden Domikalgewölbe und seine Gewölbeausmalungen, die teilweise noch aus der Erbauungszeit stammen und 700 Jahre überdauert haben.

Bei Kaffee und Kuchen durften wir anschließend bei regem Meinungsaustausch die Gastfreundschaft der Kirchgemeinde im Pfarrhaus Kavelstorf genießen.

Dritte und letzte Station an diesem Tag war die evangelische Barockkapelle in Reez. Errichtet als Backsteinbau im 15. Jahrhundert verfiel die Kapelle im 30-jährigen Krieg und wurde erst 1772 wieder aufgebaut und reich barock ausgeschmückt. Diese originale Ausstattung ist fast vollständig erhalten und wird Stück für Stück restauriert.

Der Tag klang mit einem wundervollen Klavierkonzert des jungen Pianisten Johann Blanchard in der Kapelle Reez aus.

Nächstes Jahr sollte wieder eine kleine Fachexkursion stattfinden – dies war die einhellige Auffassung der Mitglieder des Ortskuratoriums.

Ralf Schinke
Ortskurator Rostock der DSD

Treffen der Ortskuratoren aus Mecklenburg-Vorpommern

Am Sonnabend, d. 22. November 2014 trafen sich Ortskuratoren zu einem Erfahrungsaustausch auf Einladung des OK Stralsund.


Übergabe der Förderverträge

Übergabe der Förderverträge für die Restaurierung der Kanzel der St. Marienkirche Rostock am 13. Mai 2014. Im Auftrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz übergab der Ortskurator Michael Bräuer den Fördervertrag.


30. Jahrestag der Wiedereröffnung des Hausbaumhauses

Feierstunde anlässlich des 30. Jahrestages der Wiedereröffnung des Hausbaumhauses Wokrenter Straße 40 am 17. Mai 2013.


Vortrag von Prof. Kiesow

Vortrag von Prof. Kiesow in der Marienkirche am 6. Mai 2011.


Öffentliche Sitzung des Ortskuratoriums

Öffentliche Sitzung des Ortskuratoriums der Hansestadt Rostock im Beisein von Prof. Kiesow am 7 Mai 2011.


Exkursion zu Meyers Hausstelle

Exkursion zu Meyers Hausstelle in die Rostocker Heide im April 2011.

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